Island / Motorradrundreise 2001


Vorschau zur Motorrad-Island-Rundreise

Island ist wie eine andere Welt, aber auch ein großes Motorraderlebnis. Wer Island mit dem Motorrad bereisen möchte, der muss mit der Fähre anreisen. Ich bin mit der SMYRIL LINE  von Bergen in Norwegen mit Zwischenhalt auf den Färöor-Inseln nach Seydisfjördur der Hafenstadt im Osten auf Island angereist. Von dort brach ich zu einer Rundreise im Uhrzeigersinn auf. Auf dem Programm stand der Vatnajökull, Geysire, Wasserfälle, Tunnel, Fjorde,Vulkankrater, Reykjavik, Isafjördur, Akureyri und baden in heißen Qellen.

  •  Die Insel ist erdgeschichtlich relativ jung. Vulkane, Schotterwüsten aus vulkanischen Gestein, heiße Quellen und Geysire, große Gletscher, viele Flüsse und Wasserfälle prägen die besondere rauhe und karge Landschaft von Island. Der größte Gletscher Europas ist mit ca. 8300 km² der Vatnajökull.Island  hat subpolares Klima, das im Westen und Süden durch den warmen Golfstrom beeinflusst wird, hier als Nordatlantischer Strom seine Fortsetzung findet, bevor er vor Grönland auskühlt. Geografisch gesehen, gehört Island weder zu Europa noch zu Nordamerika, da es genau auf der Trennungslinie, dem untermeerischen Gebirgszug Mittelatlantischer Rücken, sitzt.
  • Geschichtlich ist zu erwähnen, dass mit der Landung der Wikinger Ende des 9. Jahrhunderts die Besiedelung der Insel einsetzte. 1262 begann die Zeit Islands als Kolonie. Zunächst waren es die Norweger und ab 1376 die Dänen, die große Gewinne aus dem Islandhandel zogen.
  • Es fährt sich herrlich in der schönen Landschaft von Pingvellir. An diesem historischen Ort wurde am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen und 1994 deren Fünfzigjahrfeier begangen. Pingvellir befindet sich im Südwesten Islands und ist seit 1928 ein Nationalpark.
  • In den 70er Jahren erweiterte Island seine Hoheitsgewässer auf 200 Seemeilen, was zum sogenannten Fischereikrieg mit Großbritannien führte.

In der Hauptstadt Reykjavik befindet sich die Hallgrims-Kirche in dem besonderen Beton-Baustil von Basaltsäulenformationen. Diese evangelisch-lutherische Kirche wurde von 1945 - 1986 erbaut. In dem Kirchturm ist sogar ein Aufzug eingebaut, mit dem man bis auf eine Aussichtsebene kommt und die gesamte Stadt überblicken kann. Auf dem Weg zur nordwestlichen Halbinsel kommt man an kleinen bescheidenen Fischerhütten vorbei. Die Fahrt auf der Ringstraße Nr. 1 ist nicht immer guter Asphalt sondern auch gute Schotterstraße. Eine besondere Herausforderung für den Motorradfahrer ist immer dann, wenn auf dieser Ringstraße Straßenbauarbeiten erfolgen. Dann muss man durch die Baustelle, egal ob gerade die Straße 1 Meter tief ausgekoffert wird und schlammig ist, denn es gibt nun mal keine Umleitung.

  • Die Volksvertretung, das im Jahr 930 gegründete Althing, ist weltweit eines der ältesten Parlamente. An der Spitze der parlamentarisch-demokratischen Republik Island steht der Präsident. Die Bevölkerung wächst seit 1900 kontinuierlich, knapp 40% der Bewohner sind heute jünger als 25 Jahre. Weite Gebiete Islands sind kaum besiedelt, während sich mehr als die Hälfte der Einwohner in und um die Hauptstadt konzentriert. Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Erde. Über 90% der isländischen Bevölkerung sind Protestanten.
  • Island möchte als erstes Land der welt seine Energieerzeugung auf Grundlage der Wasserkraft und der Geothermie ohne Erdölimporte auskommen.
  • Südlich von der zweitgrößten Stadt Islands Akureyri findet man ein Knusperhäuschen.
  • Es handelt sich um Jolahusiö dem Weihnachtshaus. In diesem Haus kann man alles was es an Weihnachtsdekoration aus aller Welt gibt bestaunen und auch käuflich erwerben.
  • Dieses auffällige rote Zuckerhäuschen ist ein besonderer optischer Augenschmaus im Gegensatz zu der, in Richtung Myvatn, weiterführende Weg der immer eintöniger wird.
  • Am Abzweig angekommen geht es erst nach Dettivoss und dann weiter nach Myvatn.
  • Der Dettifoss ist der größte Wasserfall im Nordosten Islands und zählt zu den größten in Europa. Der dettifoss-Wasserfall ergießt sich über eine Breite von ca. 100 Meter und stürzt ca. 45 Meter in die Tiefe.
  • Obwohl nur einfache Schotterpisten mit Wellblechcharakter hinführen, sind auch diese Wege gut ausgeschildert.

In Myvatn befindet sich ein See, der im Sommer unzählige Mückenschwärme beherbergt. Aufgrund der vielen Mücken hat der Ort seinen Namen zu verankern. Am See findet man nicht nur einen Campingplatz, sondern auch ein "Kuh-Caffee". In diesem Gastraum kann man gemütlich Kaffee und Kuchen bestellen und dabei durch große Glasscheiben die Kühe beim melken beobachten. Als Ciou gibt es eine gläserne Rohrleitung, durch die die frische Milch vom Melkstall in den Verkaufraum fließt.

In der Nähe von Myvatn hat man zum Tuffring vom Hverfjall-Explosionskrater zwar einen mühsamen Aufstieg zu Fuß zu absolvieren, aber wird danach mit einen beeindruckenden Blick in eine Art Mondlandschaft belohnt.

  • Anreise: Mit der "SMYRIL-LINE-Fähre" von Dänemark über die Färöer-Inseln.
  • Preise (Stand 2014) : Dänemark-Island in der günstigsten Kabinenkategorie an Bord und Mitnahme von 2 Motorrädern (max. 2m Länge) für Hin- & Rückfahrt Vorsaison zu 504,- €.
  • Reisezeit: Im Monat Juli sind für Motorradfahrer die besten Tage zu erwarten. Das Wetter kann dann sehr Sonnig sein, aber auch immer etwas von April-Wetter haben.
  • Reisedauer und Wegstrecke: Mit An- und Abreise sollte man mehr als nur zwei Wochen einplanen. Allein die Rundreise hat ca. 2.000 km und dann kommen noch die Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten mit rund 500 km hinzu.
  • Die Route im Detail: Seydisfjördur - Höfen - Reykjavik - Isafjördur - Akureyri - Hverfjall - Dettifoss - Seydisfjördur.
  • Übernachten: Zum Schlafen findet man in allen Kategorien etwas, Hotels, B&B, Schlafsackunterkunft, Ferienhäuser, Berghütten oder Campingplätze. Bei letzterem habe habe ich nur bei regenfreien und sonnigen Tagen mit Camping durchgezogen.
  • Karten: MARCO-POLO Straßenkarte: 1:750 000 zum Preis von 9,99 € Detailliertere Karten sind kostengünstig vor Ort erhältlich.

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Ausführlicher Reisebericht

Meine Motorradreise führte am ersten Reisetag von München nach Calbe und am zweiten Reisetag über den Landweg nach Oslo. Weiter ging es am dritten Reisetag weiter durch den längsten Straßentunnel der Welt nach Aurland und am vierten Reisetag fuhr ich noch eine kleine Etappe nach Bergen, wo die Fähre Richtung Island abfährt.

Fähre von Bergen über die Färöer-Inseln nach Island. Beim Auslaufen, zum Abschied von Bergen spielte die Kapelle auf. Es gab ein Zwischenhalt auf den Färöer-Inseln. Dort sind viele Dächer der Häuser begrünt. Dann endlich nach vielen Stunden der Überfahrt Land in Sicht, die Berge von Island sind gut am Horizont zu erkennen.

Ankunft auf Island und weiterfahrt nach Höfen zum Campingplatz. Der erste Tagesausflug ging dann hinauf zum größten Gletscher Europas, den Vatnajökull.

Das Kalben des Gletschers ist ein beeindruckendes Erlebnis. Es sind unterschiedliche Farbschattierungen des Eises, von dunkelblau bis weiß, zu erkennen. Dann geht es weiter auf der Ringstraße Nummer 1 zur Hauptstadt Reykjavik. Dort angekommen fällt gleich die Kirche mit dem besonderen Baustil auf. Ein Aufstieg im Turm geht sehr schnell und bequem mit dem Aufzug. Oben angekommen, ist man vom Ausblick über die Stadt überwältigt. Bei Straßenbauarbeiten ist die Warmwasser-Gehwegheizung erkennbar.

Ausflug zu den Geisieren, zu den Wasserfällen, Wasserkraftwerken und nach Pingvellir. Dort ist die Teilung zwischen Europa und Amerika augenscheinlich.

Ein schneller Besuch in der Motorradwerkstatt war notwendig, da der Endschalter vom Seitenständer eine Macke hatte. Am nächsten Tag ging der Ausflug zur "Blauen Lagune" und weiter bis zum Leuchtturm. Vor Reykjawik ist auch ein Besuch im Wasserwerk mit der Gaststätte und deren Panoramablick sehenswert.

Die Rundreise geht weiter im Uhrzeigersinn durch Tunnel bis nach Isafördur.

Besichtigung eines Wasserkraftwerks, welches sich untertage versteckt im Berg befindet.

Auf dem Weg, im Norden von Island, findet sich auch dieser Westernsaloon.

Die Rundreise geht weiter Richtung Akureyei. Einige Kilometer südlich von Akureyri findet man dieses  farbenfrohe Knusperhäuschen, in dem es eine vielzahl von Weihnachtsartikeln gibt.

Auf der nächsten Etappe geht es Richtung Myvatn, dem sogenannten "Mückensee". Unweit vom Campingplatz befindet sich ein "Kuhstall-Kaffee", in dem die frisch gemolkende Milch sichtbar in Glasröhren bis ins Lokal fließt. Das ist schon ein besonderes Ereignis dort am Innenfenster zu sitzen, mit frischer Milch und prima Kuchen, und dabei die Kälbchen im Stall zu beobachten.

Sichtbare Naturgewalten, in diesen geologisch interessanten Landschaften, nord-östlich von Myvatn.

Erst eine Besichtigung in einem Geothermiekraftwerk und dann ein Tagesausflug zum großen Wasserfall, dem Dettivoss.

Ein Besuch im Waal-Museum von Husavik ist sehr interessant. Im Hafen kann gleich anschließend ein Bootsausflug gemacht werden, um lebende Waale zu suchen. Gesehen habe ich nur Delphine.

Bei der Rücktour zum "Myvatn-See" kommt nan auf der westlichen Seite an einen weiteren Wasserfall vorbei. Dort wo die Hinweistafel zum Wasserfall steht, ist ein kleines Kaffeehäuschen, wo man leckeren Kuchen und guten Kaffee bekommt.

Dieser Tagesausflug führte mich zu einem Museumsdorf und anschließend besichtigte ich noch "Kunst" in einem unterirdischen Wasserkraftwerk.

Im "Jökulsárgljúfur Nationalpark" findet sich nicht nur der große "Dettifoss-Wasserfal", sondern auch eine besonders vulkanisch geprägte Landschaft.

Eine Wanderung zum und auf dem großen Explosionskrater Hverfjall am Mývatn, dem Mückensee im Norden Islands, ist ein großartiges Erlebnis.

Bei der letzten Etappe geht es nochmals über bergiges Gebiet, wo Wollgraswiesen ihre weiße Pracht zur Schau stellen. Zielort ist der Fährhafen in Seyðisfjörður.

Die Fährfahrt geht diesmal von Island, mit Zwischenhalt auf den Färöerinseln, nach Dänemark. Die Überfahrt erfolgt bei ruhiger See und verläuft nicht so stürmisch wie bei der Hinfahrt zwischen Norwegen und Island.